Gründung bis Zwangsauflösung
Am 17. Juni des Jahres 1932 trafen sich etliche Burschen aus dem Dorf mit Pfarrer Jakob Heindl in der
Gastwirtschaft Rausch zur Gründung eines katholischen Burschenvereins. Die
erste Vorstandschaft ist leider nicht mehr bekannt, aber Präses wurde Pfarrer
Jakob Heindl und Vereinsgaststätte das Gasthaus Rausch. Noch im selben Jahr
fand ein großes Fest mit Fahnenweihe statt, an dem sich zahlreiche Vereine aus
der Umgebung beteiligten. Diese Fahne bestand aus den Burschenfarben Grün-Weiß-Rot, auf einer Seite war die Aufschrift
"Kath. Burschenverein
Wissing" auf der anderen das Wappen der Burschenvereine mit den Kennbuchstaben K. B. V. B. aufgenäht. Weitere Beschreibungen vor dem 2. Weltkrieg gibt es leider
nicht, da die schriftlichen Unterlagen 1933, als die NSDAP an die Macht kam, zerstört wurden. Zugleich
wurde das Vereinsvermögen beschlagnahmt und der Burschenverein Wissing verboten
und aufgelöst. Das einzige Stück,
das gerettet werden konnte war die Vereinsfahne, sie wurde noch rechtzeitig im
Pfarrhof versteckt.
1970 bis 1984
Einer der Höhepunkte des Vereinslebens war am 07.08.1977 die Einweihung des sich in Richtung Dasswang
befindenden Sportplatzes. In mühevoller Arbeit wurde der Platz eben geräumt
und angesät. Von dieser Zeit bis in die 90er Jahre hinein wurde auf diesem Sportplatz jedes Jahr ein Fußballturnier
abgehalten. An diesen nahmen jedes Jahr vier Mannschaften teil, dies wahren meist
ein Team aus Kemnathen, eins aus Schnufenhofen, eins aus Wissing und ein viertes
Team das aber öfters wechselte.
1978 wurde der bis heute noch stattfindende monatliche „Stammtisch“ eingeführt. Dieser findet an
jedem ersten Montag im Monat statt. Bei diesem Stammtisch wird besprochen was im
ganzen Monat zu erledigen ist und welche Aktivitäten bevorstehen. An diesem Tag
können außerdem auch neue Mitglieder dem Verein beitreten, diese müssen als
Einstand eine Liesel bezahlen.
1985 bis heute
Im Jahre 1985 wurden in
der Scheune des damaligen Vorstands zwei Grillhäuschen gebaut, diese bestehen
heute noch. Bei diesen Arbeiten muss man besonders Reinhardt Pöllinger
hervorheben, der die beiden Häuschen fast alleine errichtet hat. Im selben Jahr wurden
auch zwei Alutore mit Netz für den Fußballplatz angeschafft.
In den Jahren 1984/85
wurde ein Dorffest veranstaltet. 1984 fand dies am Dorfplatz vor der Kirche
statt, 1985 auf der Burgmauer. Darauf folgte ein Jahr Pause und 1987 wurde es zu
einer Rocknacht umgewandelt, dieses mittlerweile schon fast zur Tradition
gewordene Fest wurde bis Anfang der 90er Jahre immer im Frühjahr abgehalten,
dieser Termin passte dann aber nicht mehr und man legte sich auf den 2. Oktober
fest. Ausgerichtet wurde es bis 1997 in der Dürr Halle, und seit 1999 in der
Stoabauernhalle. Im dazwischen liegendem Jahr 98 fand keine Rocknacht statt. In
den ersten fünf Jahren sorgte die Band "Skyline" für Unterhaltung, die nächsten
Jahre die Band "Smash", die später Akut hieß und das letzte Jahr die
Band "King Schlayer".
Das größte Ereignis der 90er Jahre war 1995 der Bau eines Vereinshäusels am Fußballplatz. Dieser Bau
ging ziemlich schnell von statten, da man Anfang November mit dem Bauen begann und bereits an Silvester die Einweihungsfeier abhalten konnte.
Mit der
Schließung des Gasthauses Hyronimus im selben Jahr war kein Wirt mehr im Dorf
der mehrtägig in der Woche offen hatte, so trafen sich die Jugendlichen immer im Häusel und hielten hier auch einige Feste
ab. Da der Bau des Häusel aber nur als Geräteschuppen genehmigt war lies der
Ärger auch nicht lange auf sich warten. Die Gemeinde beschwerte sich, es gab
einen Riesen Tumult und man durfte keine Feste mehr im BV-Häusel abhalten.
Einer der Höhepunkte der geselligen Veranstaltungen ist wohl der schon seit Mitte der 50er Jahren alljährlich
stattfindende Vereinsausflug, der seit 1987 zum über die Grenzen von Wissing
hinaus berühmten Skiausflug wurde. Zu vorrückender Stunde erklangen
Burschenlieder schon auf Skihütten im Zillertal, Ötztal, Pitztal, Grödnertal,
in Schladming, Zell am See, Brixen am Kronplatz, oder in der Drosselgasse von Rüdesheim.
Die fetzige Gaudi, die Geselligkeit und die Kameradschaft machen diese Ausflüge alle Jahre wieder zu unvergesslichen
Erlebnissen. Die hohe Kunst des Skifahrens haben sich manche
zwar noch verinnerlicht, doch in Sachen Apre's-Ski machte uns noch niemand was
vor.
Die stattliche Zahl von mittlerweile 58 Mitgliedern beweist, dass der Burschenverein bei der Jugend in
Wissing und sogar in der näheren Umgebung noch willkommen ist. In der heutigen
Zeit ist dies besonders hervorzuheben, da die Jugendlichen durch viele Angebote
zur Unterhaltung wirklich Idealismus aufbringen müssen, um für solche Aufgaben
die Zeit zu opfern. Durch die großartige
Unterstützung von Freunden und Gönnern des Vereins, hofft man auch weiterhin
eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen und kulturellen Leben in unserem Dorf
zu spielen.